Wochenendgeeignet: Brentenjoch

Es empfiehlt sich, Wanderungen nicht einfach so rauflos zu planen. Und ein ziemlich wichtiger Faktor ist – der Tag der Wanderung. An Wochenenden sind die Alpen mindestens genauso voll wie das Elbsandsteingebirge. Dies ist nicht nur nervig, sondern für manche Touren auch ein Risiko. Bei allen schönen Bildern darf man nicht ganz vergessen, dass ein Stolperer zuweilen sehr drastische Konsequenzen haben kann.

Der Aggenstein sollte es also nicht sein, aber die Richtung. Wetterbedingt. Richtung Schattwald hält sich der Winter um einiges länger als Richtung Grän. Das Brentenjoch also. Eine landschaftlich sehr schöne Tour, für die Kondition tut man auch was so ganz nebenbei. Wir sind gespannt, wie lange man unsere Runde noch so gehen kann. Ich denke zwei Jahre, spätenstens dann haben sich die Latschen den Weg vom Brentenjoch zur Kissinger Hütte/Aggenstein zurückerobert.

Immer dasselbe?

Es ist ja schon fast spießig, mehr als einmal denselben Urlaubsort zu wählen. Zumindest für diejenigen, die das Länderabhaken als Urlaubsstrategie für sich als Motto gewählt haben. Urlaub als Auszeit aber, da hat es seine Vorteile, ein Urlaubszuhause zu haben. Eins, in das man sich auch zwischendurch mal hineindenken kann.

Die Sulzspitze war der erste 2000er vor zwei Jahren, die letzten beiden Male nicht besucht stand sie wieder auf dem Tourplan. Und hat nicht enttäuscht. Eine Tour, die mehr in schroffere und weniger liebliche Berglandschaft führt als andere. Als ein echter Vorteil erwies es sich auf dieser Tour, dass wir die Gegend kannten. Anderenfalls hätten wir angesichts der Schneefelder die Tour abbrechen müssen. Ende Mai ist eben doch noch grenzwertig in bestimmten Höhenlagen. Jedenfalls – der Ausblick war wunderbar und das Wetter richtete sich ganz nett und freundlich nach uns. Es regnete. Aber immer anderswo. Was wir dieses Mal deutlich wie nie sahen, sind Bodenerosionen und die Risse an so manchem Wegstück lassen vermuten, dass über kurz oder lang der Weg ein anderer sein wird.

Gewittertour

Was macht man angesichts unklarer Wettervorhersagen? Einen Schirm mitnehmen. Normalerweise. Aber die Planung einer Wanderung ist nicht ganz so einfach, besonders wenn es um Gewitter und Platzregen geht.

Der Wetterbericht meinte, ab 14 Uhr könnte es regnen und gegen 16 Uhr dann wieder mal gewittern, wie so oft hier in den letzten Tagen. Also los, von der Talstation in Grän zur Großen Schlicke und zur Bergstation Füssener Jöchle. Den Aufstieg wollten wir uns schon selbst antun, Bergauffahrten sind was für Ältere. Man merkt den aber schon in den Beinen, so ganz haut die eine Stunde auf diesem einen Wegweiser da stand. Die Zeitangaben sind oft eher relativ.

Ende Mai ist noch recht früh fürs Wandern, es liegt noch ziemlich viel Schnee, oftmals stapft man durch Matsch und das ist, wenn es rutschig wird, dann nicht mehr ganz so schön. Heute bewahrte uns an einigen erfahrungsgemäß typischen Matschstellen Schnee vor DIESER Rutscherei.

Der Regen kam pünktlich an der großen Schlicke um 13.50 an, wir brachen auf in Richtung Füssener Jöchle und der Regen blieb erstmal hinter uns – bis kurz vor der Bergstation. Ein Gewitter mit Großgraupel ist schon was beeindruckendes.

Vom Thorwald nach Hitzerstadt

Ein verlängertes Himmelfahrt-Wochenende UND schönes Wetter. Gewarnt von den Überlaufberichten des Himmelfahrtstages haben wir eine etwas entlegenere Runde gesucht – und das erfolgreich.

Wieder halb-öko mit dem Auto bis zum Bahnhof Bad-Schandau und dann mit dem Bus weiter. Eine schöne Runde die auch ein wenig auf die kommenden „richtigen“ Höhenmeter vorbereiten soll.

Vom Thorwald nach Hitzerstadt. Mit letzterem gemeint ist Schmilka. Der Pflaumenkuchen ist zwar lecker, die Lobreden auf den Investor laut, die Angebote sehr Bio und ansprechend. Aber es gibt in Schmilka eben auch nicht mehr viel anderes.

Das beste kommt übrigens immer zum Schluss: In der Mühlenbäckerei – wir warteten auf den Rhabarberkuchen, fragte eine junge Dame, ob es „irgendwas Veganes“ gäbe. Nimm Dir einfach nächstens einen Apfel mit, Mädel.

Auswärts

Himmelfahrt und Wandern ist hinsichtlich der Tourenauswahl nicht ganz so einfach. Die Sächsische Schweiz wird da regelmäßig überrollt und Wanderungen sind da eher gefühlt gleichzusetzen einem sonnabendlichen Stadtbummel auf der Prager Straße. Also: Altenberg. Wanderung würde ich es nicht unbedingt nennen, eher ein straffer Spaziergang. Aber kann mal auch mal machen. Nur – Der Lugstein hat nicht mehr viel mit Natur zu tun. Aber wenigstens weiß ich jetzt wieder wo der Startpunkt einer sehr speziellen Skitour zum Mückentürmchen war. Eine Skitour sollte es zumindest werden. Mit drei Kollegen – ein Büroausflug. Vor zwei Jahren. Die Ski aus dem Auto ausgeladen (meine Ski samt Schuhe bestimmt 25 Jahre auf dem Buckel), Schuhe angezogen und im Moment des Einspannens in die Skibindung brachen die Schnäbel der Schuhe ab. Da hatte ich die Wahl zwischen Totalblamage (Warten im Auto oder der Bitte um kompletten Tourabbruch) oder – was ich dann auch tat, das ganze mit Humor zu nehmen und zu laufen (um mich nicht als „Mädchen“ zu erweisen). 11 Kilometer Skifahrern hinterherstapfen. Gefroren habe ich da jedenfalls nicht.

Heute waren es 12 Kilometer in der Sonne.

Kühe und Affen

Eine größere Runde durch die Sächsische Schweiz mit ein paar Höhenmetern und schöner Aussicht.  Mit Auto oder Bahn bis zum Bahnhof Bad Schandau. Dann weiter mit dem Bus in Kirnitzschtal. Ende der Wanderung in St. Hitzeringen- früher hieß der Ort mal Schmilka. Und von da aus mit Bus und  Fähre zurück nach Bad Schandau zum Bahnhof.

Empfehlenswert ist ein früher Start um auf dem Carolafelsen noch einen Sitzplatz für eine Pause zu ergattern. Highlight am Ende der Tour ist Schmilkas neueste Errungenschaft: Das Geländerfragmentarium.

Auf den Spuren des Känguru

oder auch  Die „wer braucht so eine Schwebebahn-Tour“ .  Vorab: es war schon ziemlich ambitioniert, die Schwebebahn zum Füssener Jöchle links liegen zu lassen und den Aufstieg zur Großen Schlicke auf eigenen Beinen zu leisten. Das Blöde ist nämlich, die Planung einer fitness- und kniefreundlichen Wanderung (heißt: Berg selbst hochlaufen, aber runter fahren) unterliegt einer gravierenden Einschränkung. Die letzte Bahn fährt zwischen 16 Uhr und 16.30, noch früh am Tage und so ist man während der Tour unter Umständen nur am auf die Uhr schauen. Wenn dann noch der wochenendliche Stau auf den Bergpfaden hinzukommt, wird es Mist. Das Känguru hätte sich ne Schnapspraline eingeworfen und gemeint: Abfahrtszeiten …  das sind doch bürgerliche Zwänge. Also stellten wir uns gegen das System und es kam also wie es kommen musste und absehbar war, runterwärts auf der Wiese auf dem kürzesten Weg unterhalb der Bahn. Ankunft punktgenau zum Ende der Dämmerung. Fazit: Seilbahnen braucht kein Mensch und Skipisten auch nicht, die sehen den größten Teil des Jahres einfach nur fürchterlich aus. Aber inmitten von Gemsen (deren Anblick man vorher versuchte beweiskräftig mit der Kamera festzuhalten) den Berg runterzulaufen, hatte auch was. Allerdings … dieses Kichern …

Der unterschätzte Berg

ein 2000er , dem man die Höhe gar nicht ansieht, der völlig zu unrecht immer im Schatten des außer bei Schnee und Regen und Eis überfüllten Aggenstein steht und für dessen Besteigung man windfest sein sollte, aber eine wunderschöne Aussicht bietet.

Zum Einstieg: Gimpelhaus, Sabachjoch und Schneetalalm

das Haus, was auf den ersten Blick am Berg klebt, einem Joch, dessen Ausblick durch einen Berg verstellt ist,  und die einzige Alm mit Salat, dem besten Pflaumenkuchen, der am wenigsten verdünnten Johannisbeerschorle, einer singenden Wirtin und einer Bedienung, die im Winter auf Weltreise geht.