Gewittertour

Was macht man angesichts unklarer Wettervorhersagen? Einen Schirm mitnehmen. Normalerweise. Aber die Planung einer Wanderung ist nicht ganz so einfach, besonders wenn es um Gewitter und Platzregen geht.

Der Wetterbericht meinte, ab 14 Uhr könnte es regnen und gegen 16 Uhr dann wieder mal gewittern, wie so oft hier in den letzten Tagen. Also los, von der Talstation in Grän zur Großen Schlicke und zur Bergstation Füssener Jöchle. Den Aufstieg wollten wir uns schon selbst antun, Bergauffahrten sind was für Ältere. Man merkt den aber schon in den Beinen, so ganz haut die eine Stunde auf diesem einen Wegweiser da stand. Die Zeitangaben sind oft eher relativ.

Ende Mai ist noch recht früh fürs Wandern, es liegt noch ziemlich viel Schnee, oftmals stapft man durch Matsch und das ist, wenn es rutschig wird, dann nicht mehr ganz so schön. Heute bewahrte uns an einigen erfahrungsgemäß typischen Matschstellen Schnee vor DIESER Rutscherei.

Der Regen kam pünktlich an der großen Schlicke um 13.50 an, wir brachen auf in Richtung Füssener Jöchle und der Regen blieb erstmal hinter uns – bis kurz vor der Bergstation. Ein Gewitter mit Großgraupel ist schon was beeindruckendes.

Vom Thorwald nach Hitzerstadt

Ein verlängertes Himmelfahrt-Wochenende UND schönes Wetter. Gewarnt von den Überlaufberichten des Himmelfahrtstages haben wir eine etwas entlegenere Runde gesucht – und das erfolgreich.

Wieder halb-öko mit dem Auto bis zum Bahnhof Bad-Schandau und dann mit dem Bus weiter. Eine schöne Runde die auch ein wenig auf die kommenden „richtigen“ Höhenmeter vorbereiten soll.

Vom Thorwald nach Hitzerstadt. Mit letzterem gemeint ist Schmilka. Der Pflaumenkuchen ist zwar lecker, die Lobreden auf den Investor laut, die Angebote sehr Bio und ansprechend. Aber es gibt in Schmilka eben auch nicht mehr viel anderes.

Das beste kommt übrigens immer zum Schluss: In der Mühlenbäckerei – wir warteten auf den Rhabarberkuchen, fragte eine junge Dame, ob es „irgendwas Veganes“ gäbe. Nimm Dir einfach nächstens einen Apfel mit, Mädel.

Wohnen

Wohnen – das ist DAS Thema dieser Tage. Mieten steigen, Wohnraum wird knapper – nicht insgesamt natürlich, sondern in den Städten. In den Städten, die boomen. Dresden gehört dazu und in Dresden wurden über das  Thema Wohnen Wahlkämpfe geführt und entschieden. Das bedeutet, Wohnen ist relevant für eine weitaus größere Anzal Menschen als die, die wirklich eine Wohnung suchen.

Wohnraum schaffen heißt Wohnungen bauen. Irgendwo hin. Irgendwo hin wo Platz ist. Da wird es spannend. Denn dann ist das Verständnis für die Notwendigkeit des Wohnungsbaus offenbar begrenzt. Baut, aber bitte nicht grad hier. Wo eine Garage steht. Eine Grünfläche ist. Eine Schule, eine Rettungswache, eine Ausgleichsfläche sein könnte. Ich frage mich in dem Zusammenhang auch manchmal, wie die journalistische Zunft tickt. Kürzlich las ich in einem Artikel Kritik daran, dass eine städtische Tochter, zum Zwecke des Wohnungsbaus gegründet, die undankbare Aufgabe hatte, Garagenbesitzern mitzuteilen, dass auf eben dieser Fläche Wohnungen gebaut werden sollen. „Die Stadt“ oder „die Verwaltung“ hätte dies übernehmen sollen. Die städtische Tochter ist genauso „die Stadt“ wenn man schon so undifferenziert rangeht. Man kann Skandälchen und Konflikte auch herbeischreiben. Noch schräger wird es allerdings, wenn Stadträte sich darüber aufregen, Stadträte, die diese städtische Tochter wollten, beschlossen haben, dieser Tochter Grundstücke übertrugen, auf denen gebaut werden soll.

Mindestens ebensolch makabren Unterhaltungswert haben die Pläne von Vonovia und der Unmut einer Fraktion auf den Petitionsausschuss. Ja, Wohnraum schaffen in einer Stadt bedeutet manchmal Verdichtung. Man kann es sich leicht machen und aufs Wahlplakat schreiben „Wohnungsbau fördern!“ und wenn es dann um die Umsetzung geht, sich darüber aufregen. Das macht so richtig glaubwürdig. Es ist bald wieder Wahlkampf. Ich bin schon gespannt auf die vielen As auf die dann kein B folgt.

Auswärts

Himmelfahrt und Wandern ist hinsichtlich der Tourenauswahl nicht ganz so einfach. Die Sächsische Schweiz wird da regelmäßig überrollt und Wanderungen sind da eher gefühlt gleichzusetzen einem sonnabendlichen Stadtbummel auf der Prager Straße. Also: Altenberg. Wanderung würde ich es nicht unbedingt nennen, eher ein straffer Spaziergang. Aber kann mal auch mal machen. Nur – Der Lugstein hat nicht mehr viel mit Natur zu tun. Aber wenigstens weiß ich jetzt wieder wo der Startpunkt einer sehr speziellen Skitour zum Mückentürmchen war. Eine Skitour sollte es zumindest werden. Mit drei Kollegen – ein Büroausflug. Vor zwei Jahren. Die Ski aus dem Auto ausgeladen (meine Ski samt Schuhe bestimmt 25 Jahre auf dem Buckel), Schuhe angezogen und im Moment des Einspannens in die Skibindung brachen die Schnäbel der Schuhe ab. Da hatte ich die Wahl zwischen Totalblamage (Warten im Auto oder der Bitte um kompletten Tourabbruch) oder – was ich dann auch tat, das ganze mit Humor zu nehmen und zu laufen (um mich nicht als „Mädchen“ zu erweisen). 11 Kilometer Skifahrern hinterherstapfen. Gefroren habe ich da jedenfalls nicht.

Heute waren es 12 Kilometer in der Sonne.

Kühe und Affen

Eine größere Runde durch die Sächsische Schweiz mit ein paar Höhenmetern und schöner Aussicht.  Mit Auto oder Bahn bis zum Bahnhof Bad Schandau. Dann weiter mit dem Bus in Kirnitzschtal. Ende der Wanderung in St. Hitzeringen- früher hieß der Ort mal Schmilka. Und von da aus mit Bus und  Fähre zurück nach Bad Schandau zum Bahnhof.

Empfehlenswert ist ein früher Start um auf dem Carolafelsen noch einen Sitzplatz für eine Pause zu ergattern. Highlight am Ende der Tour ist Schmilkas neueste Errungenschaft: Das Geländerfragmentarium.