Keine Problemschule, sondern Schule, die Probleme löst

Thema (meines) Tages heute: Inklusion und Exklusion und die Rolle von Bildung.  Bei der Recherche meiner Forschungsliteratur bin ich auf folgendes Zitat gestoßen:

“ … führen aber auch insgesamt „erfolgreiche“ Bildungsprozesse kollektiv i. d. R. zu einem Mix aus sozialer Inklusion und Exklusion. Als soziale  Querschnittsvariable kann Bildung in vielen Fällen eine mehrdimensionale Inklusion in verschiedenen Lebensbereichen leisten, gerade aufgrund ihrer zentralen Bedeutung besteht aber erhöhte Exklusionsgefahr für diejenigen, bei denen (abso-lute oder relative) Bildungsdefizite bestehen. Auch die große soziale Bedeutung von Reichtum und Armut geht letztlich darauf zurück, dass materielle Unterschiede eine Vielzahl von Lebenssituationen parallel und dauerhaft entscheidend beeinflussen. Abhängig von ihrer Größe, ihrem Zusammenwirken und ihrer Stabilität können sich Bildungseffekte somit zu Phänomenen ausgeprägter sozialer In- und Exklusion verdichten. Diese grundsätzlichen Zusammenhänge werden durch die historische Entwicklung akzentuiert, welche langfristig eine zunehmende Bedeutung formalisierter Bildungsprozesse als notwendige Basis für eine erfolgreiche Lebensgestaltung zeigt. Mit der quantitativen Verschiebung hin zu einer „Massenbildung“ wird Bildung ein Breiten-Inklusionsmedium. Gleichzeitig bedeutet dies aber, dass eine besondere Exklusionsgefahr für diejenigen besteht, welche die qualifikatorischen Mindestanforderungen nicht erfüllen. (Hillmert, 2009, p. 86)

Hillmert, S. (2009). Soziale Inklusion und Exklusion: die Rolle von Bildung. In R. Stichweh & P. Windolf (Eds.), Inklusion und Exklusion: Analysen zur Sozialstruktur und sozialen Ungleichheit (1st ed., pp. 85–100). Wiesbaden: VS Verl. für Sozialwiss. https://doi.org/10.1007/978-3-531-91988-1_5

Das heißt in der Konsequenz, dass es gesellschaftliche Aufgabe ist, genau dem vorzubeugen. Was bei dergesamten Diskussion um die Rolle von Bildung und sozialer Ungleichheit – ob absichtlich oder nicht – außer Acht gelassen wird, ist die Frage von Ursache und Wirkung. Mehr und bessere Bildung „für alle“ heißt, den Faktor soziale Ungleichheit zu verstärken. Es ist nicht opportun, es ist nicht mainstream, aber es ist leider so.