Stadtbildung – Bildungsstadt

Ich bin nicht sicher ob es wirklich einfach nur naheliegend war, das Thema Diversität und kommunales Bildungsmanagement für die Prüfung zu wählen oder ob nicht da -Freud lässt grüßen – ich einfach mal das mache was ich immer schon machen wollte: Die Komplexität eines sehr komplexen Themas aufzeigen. Weil es mich fürchterlich nervt, immer wieder diese verschlagwortende, kompexitätsreduzierte eindimensionale Bildungspolitikrhetorik zu lesen und dabei um Verzeihung bittend mit Blick auf die Äußernden Beck, Bourdieu, Luhmann, Heitmeyer zu bitten, Vergebt Ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun.

Was die ganze Debatte um die Chancengleichheit heraufbeschworen hat, ist eine Meritokratie. Eine Leistungserechtigkeit, die Kollateralschäden fordert. Die freie Wahl der Schule fördert  und legitimiert (!) soziale Segregation. Für alle die gleichen Startchancen zu schaffen, heißt Ungleichkeiten zu verstärken. Wir denken vom Start her und nicht vom Ergebnis. Bildungsexpansion schaftt neue Ungerechtigkeiten.  Bildung als ein verkäufliches und vermarktbares Gut zu betrachten, schafft Ungleichheit und Beliebigkeit. Und Stadtentwicklung hat ganz viel mit Bildung zu tun. Damit ist nicht gemeint, die nötigen Kita- oder Schulkapazitäten mitzudenken wenn ein neues Wohngebiet entsteht, das ist noch das geringste. Und „meine“ Stadt ist sozial viel stärker segregiert als es denkt.

Kapitel heute also: Was Stadtentwicklung mit Bildung zu tun hat und Bildung mit Stadtentwicklung.

Bildung und Erziehung sollte ich richtigerweise formulieren. Im Englischsprachigen Raum heißt beides zusammen education. Nur im deutschsprachigen Raum gibt es die Unterscheidung, das hat auch etwas mit der Theoriegeschichte zu tun und ist irgendwie typisch deutsch. Typisch deutsch ist auch,  auch zu allem Bildung zu sagen aber Erziehung zu meinen. Politische Bildung zum Beispiel. Alles was mit Normen und Werten zu tun hat ist nämlich „eigentlich“ Erziehung.

Wie gesagt. Komplex. Und ich werde ein Problem bekommen, die Komplexität derart zu reduzieren, dass sie in die maximal erlaubte Seitenzahl passt. Luhmann, hilf!