Was Waldameisen mit Wertschätzung zu tun haben

Wandern ist gesund. Nicht nur physisch, sondern auch oder gerade psychisch und mir hilft Wandern, den Kopf wieder frei zu bekommen und Dinge hinter mir zu lassen. Manchmal aber, manchmal ist das anders. So wie heute beim Anblick eines dunklen Flecks im Wald. Auf den ersten Blick unscheinbar. Eine Ansammlung von Nadeln mitten im Laub, ein bisschen Gras daneben.

So:

Waldameisen

Von weitem, von oben betrachtet nur ein Haufen Nadeln oder ähnliches. Nichts bedeutsames. Die Blümchen und das frische Grün ziehen die Aufmerksamkeit wesentlich mehr auf sich. Man muss schon näher herangehen.

So:

Man muss sehr genau hinsehen um das rege Treiben wahrzunehmen. Man muss sehr genau hinsehen, um wahrzunehmen, dass das rege Treiben Sinn und System hat. Und man muss Wissen über das System Wald haben um wertzuschätzen, wie wichtig die Ameisen für den gesamten Wald sind. Für die großen, mächtigen, beeindruckenden Bäume. Für diese kleinen Blumen und das frische Grün.

Irgendwie erinnerte mich dieser Ameisenhaufen an meine Arbeit. An das Rathaus, an die Verwaltung. An die Kollegen, deren Arbeit so wenig Wertschätzung erfährt, ohne die aber nichts, gar nichts funktionierte. Und ohne die all das Bedeutsame, das so viel Aufmerksamkeit erfährt, niemals möglich würde.

Ameisen.

Vielleicht sollte zu Führungscoachings eine Wanderung durch den Wald Pflichtprogramm sein.