Da muss mal jemand …

“ Da muss mal jemand eine Entscheidung treffen“. Wie oft habe ich diesen Satz schon gehört, öfter noch personalisiert abgewandelt. Jemand. Soll eine Entscheidung treffen. Oder eine Ansage machen. Festlegen. Durchgreifen. Oder auch eine Lösung finden.

Anfangs irritiert nahm ich solche Sätze zur Kenntnis. Mitnichten von Menschen, deren Position es nicht erlaubt, selbst eine Entscheidung zu treffen. Zu Handeln. Sich zu positionieren. Mitnichten von Menschen, die sonst in Begeisterung ausbrechen, wenn sie auch nur das Gefühl haben, es machte ihnen irgendwer Vorschriften.

Mittlerweile fällt es mir immer schwerer, solche Sätze unkommentiert zu lassen. Dieses Phänomen, was man mit delegierter Verantwortung am besten beschreiben kann und was so viele Widersprüche offenbart.

Irgendwer (nur nicht man selbst) soll entscheiden (und dann verantwortlich gemacht werden können). Irgendjemand (nur nicht man selbst) soll Lösungen finden (damit später die Kritik nicht als Seblbstkritik ausfallen muss?) Irgendjemand soll durchgreifen – und das in einer Gesellschaft, in der in allen Ebenen die demokratische Mitbestimmung gewollt ist und durchregneten verpönt … Ist das wirklich gewollt?

Wie steht es um die eigene Verantwortung? Den eigenen Beitrag?