Nachdenkliches

In einer verordneten Pause ist Zeit zum Beobachten und Nachdenken. Ich bin nicht sicher, was ich momentan absurder und irritierender finde: das Wahlergebnis oder wie damit umgegangen wird. Eine aufgeregte Dorfgemeinde irgendwo in Gallien vielleicht? Fehlt nur noch der Fisch. Mit Vernunft hat das alles nichts mehr zu tun.

So weit weg sind die USA nicht. Und ich glaube oder besser gesagt bin ich leider überzeugt davon dass die eigentliche Gefahr gar nicht erkannt wurde, die in der momentanen Situation liegt.

Die größte Gefahr für eine Demokratie ist – die Demokratie selbst. Wenn sie als Selbstverständlichkeit betrachtet wird. Wenn sie betrachtet wird als etwas, was nicht geschützt werden muss. Wenn so getan wird, als gäbe es in einer Demokratie keinen Kampf um Macht. Ein wenig intensivere Befassung mit politischen Systemen entzaubert sie. Und auch die Menschen. Nein, es geht nicht darum, Politik zu verdammen. Es ist jedoch ein Plädoyer für die harte Landung in der Realität. Und ein wenig Demut.

Wenn Menschen wählen können wen oder was sie wollen, dann wählen sie wen oder was sie wollen. Wenn Mehrheiten entscheiden können, dann kann genau das passieren. Sie entscheiden. Ob das nun gut oder richtig  ist – liegt – und bitte an dieser Stelle keine Schnappatmung bekommen – zunächst mal im Auge des Betrachters.

Man kann sich darüber aufregen. Echauffieren. Eine Gruppe von Wählern oder ein ganzes Land als dämlich bezeichnen. Es führt nur zu nichts. Wichtiger wäre: Innehalten und nachdenken was das bedeutet. Auch für uns. Und das fängt wie immer im Leben im Kleinen an.

Die Demokratie ist ein hohes Gut. Freiheit ist ein hohes Gut. Die Würde des Menschen ist ein hohes Gut. Wie viel sind sie uns eigentlich wirklich wert? Wissen wir sie (noch) zu schätzen? Kennen wir ihre eigentliche Bedeutung? Wie viel sie uns denn im Alltag wert? Wie viel ist sie in der Politik wert, in den Medien? Welche Rolle spielt gegenseitiger Respekt? Und wie viel Verantwortung sind wir selbst bereit, zu übernehmen? Nicht plakativ. Sondern real. Im Alltag. Dann, wenn uns Respektlosigkeit und Gleichgültigkeit begegnen.

Es gibt leider keine einfachen Lösungen. Die gibt es nie. Aber vielleicht wäre es gut, die Fische wegzulegen.