Haushälterei

Es gibt zwei verschiedene Arten zum Geldausgeben. Eigentlich weiß das jeder Mensch, aber bei öffentlichen Haushalten muss man hin und wieder darüber reden. Und manchmal klarstellen, worüber man redet. Manchmal stolpert man dann über den einen oder anderen Denkfehler. Erstens haben wir da die konsumtiven Ausgaben. Vereinfacht sind dies Ausgaben für etwas, was laufend Geld kostet. Wofür es Verträge gibt, was ständig und wiederkehrend benötigt wird. Verkonsumiert, ohne dass davon etwas bleibt. Konsumtiv. So heißt das in öffentlichen Haushalten, aber eigentlich kennt das Prinzip jeder von sich selbst.

Fachlich korrekt: diejenigen Ausgaben, die einen Nutzen im jeweils laufenden Haushalts- bzw. Rechnungsjahr stiften (aber keinen bleibenden Wert bringen).  Mieten. Pachten. Personalkosten. Kosten für Baumpflege. Oder laufende Zuschüsse für Projekte. Straßenreinigung. Winterdienst. Instandhaltung. Diese Kosten hat man nicht nur einmal. Sondern eben laufend. Heißt: wenn man diese Kosten plant – oder meint diese Ausgaben erhöhen zu müssen, dann muss man sie auch für die folgenden Jahre einplanen. Oder die Projekte befristen. Arbeitsverträge befristen. Mietverträge befristen. Und das dann auch so planen. Wer dies nicht tut, riskiert ins Minus zu rutschen. Schuldnerberatung kennen das.

Dann gibt es noch die Investive Ausgaben. Diese bringen erst einen Nutzen in späteren Haushaltsjahren.  Man schafft mit der Geldausgabe einen Wert, der später bestehen bleibt. Und einen Wert an sich darstellt. Das sind Ausgaben für Baumaßnahmen. Ankäufe von Grundstücken und so weiter. Diese Kosten sind genau einschätzbar und zeitlich  begrenzt. (Beachten muss man nur, dass ein Gebäude wenn es denn dann auch steht, weiter Geld kostet.)

Das Geld reicht wie im wahren Leben auch bei öffentlichen Haushalten nie für alles was alle gerne hätten. Da liegt nun manchmal in der Politik der Hase im Pfeffer. Wenn ein Haushalt geplant wird, muss für alle Ausgaben nachgewiesen sein, dass, man sie auch bezahlen kann. Mit Einnahmen. Ansonsten kann man einen Haushalt nicht mehr als schuldenfrei oder ausgeglichen bezeichnen.

Kommen wir nun mal zu Umverteilungen. Die sind nötig wenn man an einer Stelle mehr Geld ausgeben möchte. Logisch. Wenn zu Hause die Waschmaschine kaputt geht, muss möglicherweise ein weniger nötiger Kauf aufgeschoben werden und alles ist wieder gut. Ein bisschen anders ist es, wenn man umzieht und die Miete höher ist. Oder man beginnt eine Weiterbildung, die Geld kostet. Dann muss man schon ein wenig genauer planen.

Geld, was man für Investitionen geplant hat, investive Ausgaben, sind eine begrenzte Summe, sind keine laufende Einnahme. Das Geld ist nur einmal da. Auch wenn es nicht sofort wie geplant ausgegeben werden kann. Nun kann man sagen, man streicht eine Investition, einen Bau, einen Ankauf um das Geld für etwas anderes auszugeben, so etwas ist völlig normal und in Ordnung. Aber: wird so eine Streichung genommen um für konsumtive Ausgaben – also laufende Kosten – einen Deckungsvorschlag zu haben, so ist das nicht unbedingt klug. Im besten Falle eine kurzfristige Notlösung. Als würde man das für das schon bestellte Auto auf die hohe Kante gelegte Geld nehmen, oder einen Teil des Geldes, um die Miete für die größere Wohnung ein paar Monate zahlen zu können.

Kurzfristig geht das. Langfristig aber nicht. Man muss dann schon darüber reden, was soll sein, wenn dieses Geld alle ist.