Was fällt mir ein zum Thema Ostmodern? Ich wohne in einem Denkmal.

Das WBS-70-Bad, im Original mit einer Mischbatterie (Nichts mit toller Regendusche).
Dunkelpinkfarbene sauer riechende Brühe in Omas Riesenkochtopf um die langärmeligen blaugrauen Herrenunterhemden mittels Färbetabletten und einer schrägen Naht zu versehen und in einen Sewatshirtersatz zu verwandeln.
Aus dem elternlichen Schrank geklaute und in Sommerröcke oder Blusen verarbeitete Bettlaken.
Omas, die an den Stufen der Straßenbahnen scheiterten.
12 Jahre lang Außentoilette und Eisblumen an der ungedämmten schrägen Wand des elterlichen Schlafzimmers.
Schwefelpuder gegen Pickel. Den Akfinstift gabs zu selten.
Einkaufswagen mit einem Fassungsvermögen von 20% des heutigen Aldi-Cruisers.
Heiko-Füller. Rot oder schwarz. Den Junior und den Markant Trend gabs erst später.

Manchmal frage ich mich, ob Denkmalschutz wirklich das „Daran Denken“ schützt oder ob es nicht manchmal einfach nur Retro-Wellen sind die durch die Welt geistern. Wenn man Denkmalsschutz ernst nimmt, dann dürfte in den offenbar schützenswerten WBS-70 Blöcken nicht mehr der Grundriss verändert werden oder das Bad umgebaut. Oder gar ein Fahrstuhl ergänzt. Kann man gut finden. Oder auch nicht. Man darf nur nicht vergessen dass es damals darum ging möglichst schnell und günstig und zweckmäßig viele Wohnungen zu bauen. Den heutigen Ansprüchen – und den Wohnungsbaustandards die Dresden sich setzen will, entsprechen sie jedenfalls nicht.