Was die Welt im Inneren zusammenhält …

Verregneter Sonntag und eine Hausarbeit für den Master vor der Nase (auf dem Rechner) schweife ich immer mal ab und prokrastiniere. Mit Ausflügen in die Sozialen Medien. Sehe da so komische Bilder. Ich weiß nicht recht, kommen sie aus solchen Massencoachings wo sich alle ganz toll fühlen und „tschakka – wir- können das“ rufen oder sind das Veranstaltungen von walmart oder Fanveranstaltungen … Oh. Moment, ich hatte die Brille abgesetzt. Es sind Parteitage! Oh. Ja. Hm. Vor mir liegt grade eine Reise in die (Studiums)Vergangenheit. Der Bildungsmaster braucht etwas Soziologie weil es um Kommunikation in Gruppen geht.

Bernhard Schäfers. Hauptbegriffe der Soziologie. Grundlagenlektüre für jeden Soziologen. „Eine soziale Gruppe umfasst eine bestimmte Anzahl von Mitgliedern (Gruppenmitgliedern), die zum Erreichen eines gemeinsamen Zieles (Gruppenziel) über längere Zeit in einem relativ kontinuierlichen Kommunikations- und Interaktionsprozess stehen und ein Gefühl der Zusammengehörigkeit (Wir-Gefühl) entwickeln. Zur Erreichung des Gruppenziels und zur Stabilisierung der Gruppenidentität ist ein System gemeinsamer Normen […] über ein gruppenspezifisches Rollendifferential erforderlich. […] Das „Wir-Gefühl“ der Gruppenzugehörigkeit und des Gruppenzusammenhalts führt zur Unterscheidung der „Eigengruppe“ von der „Fremdgruppe„. “

Schäfers definiert zwar für soziale Gruppen eine „Obergrenze“ von 25 Personen, jedoch gilt für das Kleine Gleiches wie für das Große. Es gibt einen Zusammenhang zwischen Unterscheidung und Zusammenhalt. Institutionen und Organisationen nutzen genau diese Mechanismen perfekt. Parteien „schwören“ sich auf Wahlkämpfe ein wie eine Fussballmanschaft vorm Pokalfinale. Wirtschaftsunternehmen setzen auf das Wir-Gefühl, auf die Identifikation mit dem Unternehmen.

Ich schaue wieder ins Netz und sehe die Selfies mit den entsprechenden Bildunterschriften. Wo bleiben die Inhalte? Die echten meine ich…

Mist. Ich hab das doch gelernt. Ums Wir-Gefühl geht es. Und um die Unterscheidung von anderen. Da gibt es nämlich eine Korrelation. Letztlich eine Existenzfrage.