NachLese

Es waren die leisen, der Zwischentöne. So könnte man beschreiben, was gestern zur Eröffnung des Kulturpalastes an gesprochenem Wort zu hören war. Laut, deutlich und unüberhörbar, das war die Neunte, die zeigte, was der Saal hergibt (und ansatzweise, welche Herausforderung er für die Künstler ist).

Die Rede des Bundesministers, des Oberbürgermeisters, des Literaten, des Kabarettisten – sie enthielten eindeutige, klare, ernste und mahnende Botschaften. Und die Hoffnung, sie mögen gehört.

Zu unpolitisch gewesen hörte ich am Abend eine Meinung beim Empfang. Es wäre nicht auf die Dresdner Situation, die Dresdner Kultur eingegangen worden.  Oh doch. Oh doch. Aber sowas von. (Allerdings nicht nur!) Nur – es hört eben nur der, der zuhört. Zuhören muss man wollen. Auf den anderen eingehen wollen, sich darauf einlassen. Das birgt aber ein Risiko. Man könnte ja überzeugt werden …

Deswegen wird dagegen angebrüllt. Wie auf dem Neumarkt. Oder man winkt ab weil nicht sein kann was nicht sein darf – dass aus falschem Munde – oder eines Menschen mit einem falschen Parteibuch – die richtigen Worte kommen.