Transparenz und Regeln

Allein das Zitat „Eine Organisation würde lahmgelegt werden, wenn sich alle Mitarbeiter strikt an die Regeln halten würden, die offiziellen Regeln grundsätzlich immer anwenden, auch in Situationen, in denen dies vielleicht gar nicht so angeraten ist, und auch längst vergessene Regeln wieder reaktiviert würden. Eine Organisation, die ausschließlich nach dem formalen Regelwerk handelt, würde letztlich an ihrer Rigidität zerbrechen. Nicht umsonst gilt der „Dienst nach Vorschrift“ als eine der effektivsten Streikformen“ aus: Stephan Kühl: Das Transparenzparadox- weswegen Organisationen gleichzeitig transparenter und weniger transparent werden können

ist eine Leseempfehlung für sich. Aber auch der Rest des Textes. Mir fehlt leider die Zeit der intensiveren Auseinandersetzung – deshalb einfach nur die Empfehlung: Lesen. Ganz oft ist es so dass der Ruf nach mehr Regeln laut wird. Oder einer stärkeren Überprüfung der Einhaltung, einer stärkeren Sanktionierung von Verstößen. Bei einem Fehlverhalten, bei Konfrontationen mit Ereignissen, auf die man nicht „geregelt“ reagiert hat … die Anlässe sind vielfältig. Aber: Mehr Regeln und mehr Regelüberwachung haben eben zur Folge, dass die Regeln an sich verstärkt in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken. Nicht der Zweck, zu dem sie da sind oder gedacht waren. Schnelle Entscheidungen sind so immer weniger möglich. Flexibilität, Eigenverantwortung – Pustekuchen. Es hat eben alles zwei Seiten.