Intoleranz hat viele Gesichter

so die These. Intoleranz, so sagt Wikipedia, ist die  Unduldsamkeit gegenüber einer anderen Meinung, Haltung oder Ähnliches. Tolerare – lateinisch – heißt aushalten. ertragen. Nicht zu verwechseln mit „tollere“ was emporheben, aber auch sich erheben heißt. Eine Verbindung gibt es wohl doch. Der Intolerante erhebt sich (meist) über andere Meinungen, Haltungen oder ähnliches.

Toleranz. Ein Begriff, der so oft verwendet wird im Zusammenhang mit Forderungen. Jedoch verwundert, dass gerade die Menschen, die Toleranz von anderen fordern, es mit der eigenen Toleranz nicht so genau nehmen. Aktuelles Beispiel ist ein Stadtfest. Ein Stadtfest größeren Ausmaßes. Stadtfeste haben immer irgendwie viel mit Essen, Trinken, Feiern und Musik zu tun. Und wie immer im Leben trifft nicht alles jedermanns – oder jedermenschs Geschmack. Feste feiern (nicht feste feiern) sind Rituale mit einer sehr langen Geschichte. Es liegt in der Natur der Sache eines Festes, dass eine gewisse Ausgelassenheit, Freude, Begeisterung herrscht, dass man  sich in gewisser Weise außerhalb der normalen alltäglichen gesellschaftlichen Konventionen verhält und dass so genannte ernste Tätigkeiten eben ruhen.

Man kann über die Art des Feierns geteilter Meinung sein. Gesoffen wurde aber schon immer und ob heute oder vor 200 Jahren. Gehört zu unserer Kultur, ob man es gut findet, verbieten möchte (was aussichtslos ist) oder nicht. Man muss ein Fest nicht (mehr) besuchen, wenn man nicht möchte. Man kann aber sehr wohl einfach mal die Klappe halten und Menschen, die das möchten, ihre Freude daran lassen. Ohne einer ganzen Stadt Verblödung zu unterstellen. Ohne mit Verachtung herabzublicken. Ohne zu verurteilen, dass die Konzertbesucher auf dem Theaterplatz keine Anti-Demonstranten sind. Ohne zu behaupten dass sie ja sonst Montags der AFD und Pegida hinterherrennen. Stichwort Vorurteile.

Toleranz. Die fehlt tatsächlich.