Veränderungen

Ein leeres Zimmer. Ich hatte ja gedacht, ich krieg das hin. Locker bleiben und so. Aber nun, vor meinem geistigen Auge taucht ein Foto auf und es verschwindet nicht. Ein weinender kleiner Junge, untröstlich. Mit Bäckerschürze, Plätzchen waren dran in der Kinderkrippe. Aber die interessierten nicht. Er wollte sich einfach nicht dran gewöhnen, sie wollte nicht enden, diese Eingewöhnungsphase. All die Sprüche, all die guten Ratschläge. All die Ermahnungen, das Kind muss in die Krippe, mach den Studium zu Ende.  Irgendwie exemplarisch. Immer dieser Zwiespalt. Im Seminar in Soziologie geht es um Selbstverwirklung. Und siebzehn Uhr macht die Krippe zu. Zeitraffer. Wo ist die Zeit hin. All die vertane Zeit. Ich würde heut vieles anders machen. Bei der Elternratswahl aus dem Fenster gucken. Fraktionen nur aus der Zeitung kennen.  Und die Plätzchen mit dem Kind selber backen.

Nun beginnt meine Eingewöhnungsphase. Loslassen ist gar nicht so leicht.