Rezensiert – für den Grusswortratgeber

Wie geht ungeschickt?

Nehmen wir zum Beispiel mal an es geht um eine Schule. Eine neue Schule. Eine große Schule. Da wird ein Grundstein gelegt, es werden Kinder und Lehrer da sein die schon diese Schule „sind“. Um deren Haus geht es. Vielleicht gab es zu Beginn Schwierigkeiten, die gibt es oft wenn man baut und je größer das Projekt, desto größer sind manchmal die Schwierigkeiten. Da gibt es Grundstückstthemen, müssen die Umweltbelange berücksichtigt werden, schön soll es sein und nicht zu laut. Das kann dauern. Das ist aber kein böser Wille irgendeiner höheren Macht, da kämpft auch niemand gegen Windmühlen, da waren nur Lösungen zu finden. Nun hat aber nicht jeder, der eine Lösung gefunden zu haben glaubt, tatsächlich die Lösung. Wer keine Verantwortung für einen bestimmten Bereich, nehmen wir mal an Brandschutz oder Umweltschutz trägt, der kann leicht sagen, macht doch einfach mal. Bei 75 Millionen ist es auch angeraten, genau zu überlegen, was man da bauen will.

Nun also manchmal dauert es bis ein Projekt was alle wollen, was wichtig ist, tatsächlich starten kann. Das können Jahre sein. Der Start ist Grund zur Freude, aber es war kein Kampf den nur einer gewonnen hat oder kein Berg, den nur einer bestiegen hat (und glücklicherweise muss bei uns niemand für umsonst arbeiten, jede einzelne, sogar Überstunden werden bezahlt. Man kann Auftragserfüllung als Heldentat verkaufen. Manchmal sind es welche. Manchmal wirkt es auch nur lächerlich und deswegen deplaciert.

Das zu erklären was zu so einem Schulbauprojekt dazugehört, insbesondere  den Kindern, wär eine Möglichkeit, in so ein Grußwort aufzunehmen. Von wem? Nun am besten von demjenigen, der für den Bau verantwortlich ist und Sorge tragen muss dass alles pünktlich und so fertig wird, wie es für die Kinder (!) gut ist.

Wertschätzung. Lob. Danke. Ist ein bisschen Mangelware in unserer Zeit. Vielleicht war es das schon immer, jedenfalls gehört zum Baustein eines Grußwortes auch ein Danke, ein Lob und Wertschätzung. Aber Achtung, Grußworte sind kein Selbstgespräch. Und allzu viel Selbstlob und Dokumentation der eigenen Leistung fällt nicht unter Wertschätzung oder Lob oder Danke, sondern das ist das genaue Gegenteil. Weil es nur in den seltensten Fällen so ist, dass Erfolge nur auf der Leistung von Einzelnen beruhen. Sondern meist der Verdienst vieler sind, die aber eben auch leider sehr schnell vergessen werden. Vielleicht auch von denen, die sich selbst besonders gern gelobt sehen oder es selber tun.)

Viele kleine Rädchen halten ein großes Uhrwerk am Laufen. Die einen reden mehr über das eigene Drehen, die anderen weniger. Weniger ist manchmal mehr.

Deshalb ist es ratsam die Worte vorher abwägen und daran denken, wer hört zu und wie kommt an was ich sage. Deshalb ist auch manchmal so ein Satz wie „in Dresden werden wir pünktlich fertig“ und „wir bauen hier eine Schule und keinen BER“ eine Ansage, die im Grußwort genau richtig ist. Eine Ansage an den Projektsteuerer und ein Versprechen an die Kinder.