Euphemismen

Ein Zitat aus einem Zeitungsartikel. Nur so gespickt mit Euphemismen. Worum geht es? Um Fachkräftemangel. Lesen wir einmal:

Die Bundesagentur für Arbeit kommt in einer aktuellen Analyse zu dem Ergebnis, dass ein deutschlandweit flächendeckender Fachkräftemangel etwa bei Ingenieuren, Spezialisten im Hoch- und Tiefbau, in der Gesundheitsbranche und Krankenpflege sowie bei Softwareexperten
erkennbar sei. Sachsens oberster Arbeitsvermittler räumt ein, „in ausgewählten Berufen” sei zu spüren, dass es kaum noch Experten gebe. Dazu gehörten Altenpfleger, Elektriker und Mechatroniker. In Thüringen fehlt es laut Arbeitsagentur auch an Fachkräften in der Metallverarbeitung und bei Fein- und Werkzeugtechnikern.

Ohne Zweifel: Menschen, die in der Altenpflege arbeiten oder in der Krankenpflege, die als Zerspaner oder Mechatroniker ihr Geld verdienen – oder als Hausmeister äh facility manager, sie sind Experten und sie haben wichtige Jobs. Euphemistisch sind die Bezeichnungen aber wenn Arbeitsagentur oder Wirtschaft mit dem großen Jammern anfangen, aber allemal. Um welche Arbeitsplätze geht es denn eigentlich? Wie wäre es, einmal die Übersicht der Stellen zu veröffentlichen, um die es geht? Dann käme man der Lösung vielleicht ein wenig näher. Lösung heißt in dem Falle nicht eine Bewerberflut. Sondern eine Diskussion über den Wert von Arbeit vielleicht. Und noch ein wenig darüber hinaus. Was mich nur immer ein wenig wundert ist, warum nie danach gefragt wird udn das wird es offenbar nicht, sondern da gab es offenbar eine schöne Pressemitteilung mit einer großen Zahl und das wird dann auch gleich der Aufmacher.