Tatsachen

Ich kann es nicht ausstehen wenn Müll erzählt wird. Egal ob Zitate stimmen oder nicht, jedenfalls ist die Behauptung, ein Prüfer habe eine Sprinkleranlage „nachträglich“ in die Operette „reingeprüft“ völliger Blödsinn.

Hier der betreffende Zeitungsartikel: http://www.sz-online.de/nachrichten/wasserschaden-in-der-operette-3797790.html

Am 11. Juli 2013 fasste der Stadtrat Dresden einen Beschluss, den Generalübernehmervertrag und das Finanzierungskonzept zur Errichtung der Theaterspielstätten im ehemaligen Kraftwerk Mitte.

Auf Seite 36ff. der Begründung findet sich folgender Textabschnitt:

Sprühwasserlöschanlagen

Die Vollbühnen des Theaters der Jungen Generation und der Staatsoperette Dresden werden mit Sprühwasser-Löschanlagen geschützt. Sprühwasser-Löschanlagen für Bühnen werden nach DIN 14494 und nach der VdSRichtlinie 2109 konzipiert. Es gilt die Sächsische Versammlungsstättenverordnung(Sächs VStättVO). Wesentlich ist, dass Haupt-, Seiten- und Hinterbühnen in getrennte Sprühflutgruppen aufgeteilt werden, die nach Erfordernis einzeln in Betrieb genommen werden können. Der Eiserne Vorhang zur Trennung der Bühne zum Zuschauerraum wird mit einer Berieselungsanlage ausgerüstet. Die Sprühwasser-Löschanlagen beider Bühnen bilden voneinander unabhängige Löschsysteme. Die Löschwasserversorgung erfolgt über getrennte Zuleitungen, die auf separate Abgänge des Sprinklerverteilers aufgebunden werden. Die Hauptleitungen zwischen Sprinkler- und Bühnenverteilern stehen ständig unter dem Wasserdruck des Sprinklersystems. Löschwasserdurchsatz und Löschwassermenge für Bühnen sind in der DIN 14494 und der VdS-Richtlinie 2109 definiert. Danach wird eine Mindestlöschzeit von 10 Minuten vorgegeben. Die Wasserbeaufschlagung ist für Bühnen höher 10 m mit 7,5 mm/min definiert.

Sprinkleranlage

Auslegungsgrundlage der Sprinkleranlage bildet die VdS CEA-Richtlinie 4001 sowie die DIN EN 12845. Nach diesen Richtlinien werden Theater in die Brandgefahr OH4 eingestuft. Diese Einstufung hat zur Folge, dass für die Auslegung der Löschwasserversorgung eine Mindestwasserbeaufschlagung von 5,0 mm/min und eine Wirkfläche von mindestens 360 m² anzusetzen ist. Das Anlagenkonzept basiert nach VdS CEA 4001 auf Klasse 1. Damit ist für die Sprinklerung des Gebäudes eine Löschwasserbevorratung für eine 40-minütige Löschzeit anzusetzen. Nach dem Planungsstand wird der Gebäudekomplex teilgesprinklert. Sprinklerschutz soll im Eingangsbereich Kasse/Foyer der Staatsoperette, im gesamten Foyer des Theaters der Jungen Generation, unter den vier Gangebenen über dem Foyer der Staatsoperette Dresden sowie unter diversen Emporen des Foyers der Staatsoperette Dresden installiert werden. Die sprinklergeschützten Flächen belaufen sich danach auf ca. 5.000 m² im Theater. Hieraus ergeben sich folgende Eckdaten für die Sprinkler- Wasserversorgung einschließlich der Versorgung von zwei Sprühwasser-Löschanlagen: Die Löschwassserversorgung der Sprühflut- und Sprinkleranlage erfolgt über einen Erdsprinklertank mit den erforderlichen Ausrüstungen. Die Sprinklerunterzentrale im Objekt erhält eine Eigensprinklerung. Die Anordnung dieser Zentrale im Gebäude ist so zu wählen, dass ein gefahrloser Zugang vom Freien möglich ist. Im Brandfall werden durch heiße Brandgase die über dem Brandherd liegenden Sprinkler geöffnet (Ansprechtemperatur 68°C). Das austretende Löschwasser bewirkt eine Strömung in den Rohrabschnitten des betreffenden Geschosses und aktiviert den dort installierten Strömungsmelder (Alarmunterteilung) und das Alarmventil in der Sprinklerunterzentrale. Sowohl der Strömungsmelder als auch der Druckschalter des Alarmventils sind auf die BMZ geschaltet. Von hier erfolgt die Alarmdurchschaltung zur Feuerwehr. Parallel zur elektrischen Alarmierung wird über das Alarmventil eine mechanische Alarmglocke in Gang gesetzt.

Zitatende.

Das Problem ist nicht die Existenz der Anlage, deren Existenz übrigens gesetzlich vorgeschrieben ist.

§ 24 sächsische Versammlungsstättenverordnung

Feuerlösch- und Brandmeldeanlagen
(1) Großbühnen müssen eine automatische Sprühwasserlöschanlage haben, die auch den Schutzvorhang beaufschlagt.
(2) Die Sprühwasserlöschanlage muss zusätzlich mindestens von zwei Stellen aus von Hand in Betrieb gesetzt werden können.
(3) In Großbühnen müssen neben den Ausgängen zu den Rettungswegen in Höhe der Arbeitsgalerien und des Schnürbodens Wandhydranten vorhanden sein.
(4) Großbühnen und Räume mit besonderen Brandgefahren müssen eine Brandmeldeanlage mit automatischen und nichtautomatischen Brandmeldern haben.
(5) Die Auslösung eines Alarmes muss optisch und akustisch am Platz der Brandsicherheitswache erkennbar sein.

https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/2111-Saechsische-Versammlungsstaettenverordnung#p24