Blödes Facebook

Ich musste heute morgen ein wenig schmunzeln. Die Abwesenheit innerparteilicher Demokratie wird beklagt. Da beschwert sich die Sachsen-CDU über die Bundes-CDU. Parteitag zur Wahlauswertung abgesagt. Verschoben. Das ist schon fast Realsatire. Am Tag des Erscheinens des Sachsen-Monitor

Nicht dass die Kritik nicht verständlich wäre. Allerdings – öffentlich geäußerte Kritik ohne direkten Ansprechpartner hat einen anderen Zweck. Da geht’s um Zuspruch und Zustimmung.  Man könnte es auch für ein strategisch kluges Ablenkungsmanöver halten, der Aufbau eines gemeinsamen Feindbildes und die Stilisierung einer Opferrolle bringt schon mal Zustimmung und Solidarität. Und lenkt so schön ab. Wie wäre es aber damit, mal vor der eigenen Haustüre zu kehren? Was ist mit der politischen Stimmungslage in Sachsen? Was ist mit der Stimmungslage der Bevölkerung, den Fragen, die in Sachsen nicht geklärt sind? Lehrermangel. Ausbluten der Region. Zukunftsängste. Das Ergebnis der Bundestagswahl hat auch etwas mit der sächsischen CDU zu tun. Der vorwurfsvolle Blick nach Berlin hilft da nicht.

Stellen wir uns mal vor, ein Mitglied einer nicht kleinen Dresdner Stadtratsfraktion würde sich auf den Altmarkt stellen und lauthals beklagen, dass der Finanzminister den vom Ministerpräsidenten extra zum Zwecke der Behebung ursächlich auch in der Finanzierung bedingten Probleme des sächsischen Bildungssystems ernannten Kultusminister nicht unterstützt. Sowas ähnliches hat es mal gegeben. Kam damals nicht gut an. Wäre aber wenigstens inhaltlich begründet und konkret.