Update. Deja vu.

Es regnet draußen. Der 31. Dezember ist noch nie mein Lieblingstag gewesen. Hatte ich erwähnt, Silvester nicht zu mögen? Als kleineres Kind war das noch anders, aber irgendwann hörte es auf und meine Aversion gegen alles Aufgesetzte, gegen Masken und unechte bemühte Fröhlichkeit trat zu Tage. Irgendwann mal ein Silvester in den Bergen. Ohne Feuerwerk. Und ohne diese Rückblicke. Diese fürchterlichen Rückblicke von denen niemand weiß wozu sie gut sein sollen.

Mein Rückblick und gleichzeitig Ausblick, ein Auf- und Ausräumen, man könnte es als emanzipatorische Selbst-Aufgabe (nicht das Aufgeben des Selbst sondern die Aufgabe AN das Selbst, sich zu empanzipieren) ist eine Hausarbeit. Kein Abwasch sondern ein weiterer Baustein zum Master (der schon längst hätte erledigt sein sollen). Da sitze ich nun. Vor den beiden kommunalen Bildungsberichten. Einen habe ich als Stadträtin mit erlebt und beauftragt. Den zweiten habe ich gelesen als Nicht-mehr-Stadträtin. Und gerade dieser Bildungsbericht hatte es in sich. Angefangen hat damit aber niemand etwas. Auch nicht meine ehemaligen Kollegen. Das gehört zu den Dingen, die ich niemals verstehen will (obwohl ich mittlerweile verstanden habe, dass die Dinge manchmal zwar anders sein könnten, es aber nicht sind weil die Menschen und die Welt eben sind wie sie sind.)

Es wird also um Bildungspolitik gehen. Wissenschaft darf und muss das. Sich damit beschäftigen. Mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen – die Politik eigentlich schaffen müsste, es aber nicht tut, weil ihr die Courage fehlt. Die Courage, Dinge zu benennen, zu erkennen und zu handeln. Wissenschaft soll objektiv sein. (Ich vereinfache an der Stelle denn Objektivität an sich gibt es nicht. Das ist aber ein anderes Thema, warum und wieso erkläre ich vielleicht an anderer Stelle mal.) Das gibt aber die Möglichkeit, Fragen zu stellen, die gestellt werden müssen. Nach Antworten zu suchen, die tatsächliche sind. Die vielleicht auch niemand wissen will. Denn mit Antworten muss man umgehen. Deswegen werden manche Fragen nicht gestellt.

Die Illusion der Chancengleichheit. Oder warum wir uns nicht von Bourdieu verabschieden sollen.