schöne neue Welt

„Geldautomaten

Durch die Digitalisierung und die damit einhergehende Automatisierung haben dermaßen viele Menschen in QualityLand ihre Arbeitsstellen verloren, dass ein Grundpfeiler des kapitalistischen Wirtschaftssystems wegzubrechen drohte: der Massenkonsum. Zu viele Menschen haben schlicht und einfach nicht mehr genug Geld, um hirnlos vor sich hin zu konsumieren, so gerne sie das auch tun würden. Zum Glück kam irgendein Technokrat aus der Fortschrittspartei auf eine hervorragende Idee, die den Zusammenbruch des Wirtschaftssystems verhinderte. Die Regierung bestellte bei myRobot – Roboter für dich und mich – eine Unmenge BuyBots: Androiden, deren einziger Daseinszweck es ist, zu konsumieren. Diese Geldautomaten, wie der Volksmund sie nennt, stattet QualityLand Monat für Monat mit erheblichen finanziellen Mitteln aus, um die Marktwirtschaft am Laufen zu halten. Die Androiden ziehen durch die Shoppingmalls und kaufen nach völlig rätselhaften Regeln Krimskrams, Schnickschnack und Firlefanz.

Du brauchst dir aber keine Sorgen zu machen, dass ein BuyBot dir das letzte Armani Smart Jacket wegschnappt! Die Geldautomaten erwerben lediglich Güter des niedrigen und mittleren Preissegments. Der Luxusgütermarkt braucht keine staatliche Beihilfe. Er läuft besser denn je.“

Auszug aus
QUALITYLAND
Marc-Uwe Kling

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Monitor, 2.11.

„Schöne neue Arbeitswelt: Wie Digitalisierung Armut schafft

Roboter, Computer, Algorithmen – wir sind mittendrin in der digitalen Revolution. Studien sagen voraus, dass in den nächsten zehn Jahren die Hälfte aller Berufe automatisiert wird – viele Menschen ohne Arbeit dastehen könnten und prekäre Arbeitsverhältnisse zunehmen. Eine Entwicklung mit sozialem Sprengstoff, warnen Experten. Doch wenn es um Digitalisierung geht, sprechen die künftigen Regierungsparteien über Breitband und Glasfaser statt über Arbeitsplätze und mehr Chancengleichheit.“

http://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-schoene-neue-arbeitswelt-wie-digitalisierung-armut-schafft-100.html

 

Digitalisierung in der Schule

Die Bertelsmann-Stiftung nannte eine Milliardensumme, die fehle, um Digitalisierung an den Schulen voranzutreiben. Keine Frage, nötig ist das. Aber man muss sich fragen, wofür und warum.

Geht es darum, Lernen zu erleichtern, einfacher zu machen? Oder geht es darum, Digitalisierung als Lernziel zu installieren. Beides ist wichtig, beides ist nötig und dringend ist der Erwerb von Kompetenzen im Umgang insbesondere mit digitalen Medien fraglos. Man muss aber genau wissen worüber man redet.

Viel hilft nicht immer viel. Es ist eben ein Irrglaube, dass allein der Einsatz von Technik Wunder bewirkt. Vereinfacht ausgedrückt: Das Laden einer Sprachlernapp aufs Handy nimmt mir das Lernen selber nicht ab. Es gibt noch keine Technologie, die Wissen und Kompetenzen ins Hirn beamt. Ein besserer Unterhaltungswert heißt noch lange nicht dass es sich einfacher lernt.

Mittel und Zweck oder Medium und Botschaft zu verwechseln birgt immer ein gewisses Risiko. Und beim Lernen mit digitalen Medien sowieso.  Es muss immer darum gehen, technologisch das Lernen an sich zu unterstützen, lernen zu verändern.

Und ich habe manchmal meine Zweifel ob – insbesondere wenn in der Politik von Bildungsqualität die Rede ist – alle wissen wovon sie da reden und was sie meinen – und dies auch konkret beschreiben können.

Human ressources

eines meiner „Lieblingsworte“. Ich möchte eingangs einen Auszug aus dem aktuellen Interview mit dem sächsischen Finanzminister zitieren:

Die Verwaltung ist laut einer Studie überaltert. Weshalb können die Stellen nicht besetzt werden, wie Sie sagen?

Das Problem betrifft ja nicht nur Schulen oder die Polizei. Wir haben insgesamt einen Fachkräftemangel, der dramatisch wächst. Jedes Jahr gehen in Sachsen etwa 60.000 Menschen in den Ruhestand – es gibt aber nur 30.000 junge Menschen, die nachrücken. Das bedeutet: Auf zwei, die ausscheiden, kommt nur ein Nachfolger, was sich in allen Bereichen bemerkbar macht. Natürlich könnte man den öffentlichen Dienst kurzfristig attraktiver machen, um mehr Personal zu holen. Das ginge aber zu Lasten der Wirtschaft und würde letztlich zu weniger Steuereinnahmen führen. Der Freistaat würde also den Ast absägen, auf dem wir alle sitzen.

Halten Sie deshalb auch an der Personalstärke von 70.000 Stellen in der öffentlichen Verwaltung fest? Das würde perspektivisch eine Streichung von rund 16.000 Stellen bedeuten.

Es geht nicht um die Zahl, die politisch gesetzt wurde, sondern um schlichte Fakten. Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir mit deutlich weniger jungen Menschen die Volkswirtschaft funktionsfähig halten können. Dabei geht es nicht um das Sparen um des Sparens willen – sondern darum, die noch zur Verfügung stehenden jungen Fachkräfte zwischen der öffentlichen Verwaltung und der Wirtschaft zu verteilen. Wenn die Mannschaft nur noch die halbe Stärke hat, wie Prognosen sagen, dann kann die Verwaltung der Wirtschaft nicht alle Arbeitskräfte wegnehmen.“

(Quelle: http://www.lvz.de/Mitteldeutschland/News/Die-Optionen-sind-beschraenkt)

Das politische innerparteiliche Geplänkel lassen wir heute mal beiseite, es ist irrelevant.  Nehmen wir uns viel mehr mal ein paar Zahlen vor und die Aussage, die hinter diesen Zahlen steckt.

Und halten wir uns vorher vor Augen, welche Werte und Normen momentan gesellschaftlich diskutiert werden, an der Tagesordnung sind. Wie oft wird über Bildungschancen geredet. Über Selbstverwirklichung, über das, was ein wünschenswertes, ein gutes Leben ausmacht. Über die Beseitigung von sozialen Unterschieden, von Grenzen, wir reden von Inklusion (meist ohne zu wissen was das ist und was das heißt). Wir reden davon, die Arbeitswelt attraktiver zu machen, Philosophen philosophieren über den ideellen Wert von Arbeit, der in Zukunft mehr zöhlen wird und zählen soll als die Erfordernis, Lohn zum Lebensunterhalt zu bekommen. Wir reden über Digitalisierung, die die Arbeitswelt nachhaltig und grundlegend verändern könnte. Wir reden allerdings nicht darüber wem Erleichterungen nützen, wem die dennoch geschaffenen Werte zu gute kommen.

„Mit jungen Menschen die Volkswirtschaft funktionsfähig erhalten“.  Es geht darum, Fachkräfte zu verteilen. Wie war das nochmal mit dem idealisierten Rosa-Rote-Brille-Blick? Marktwirtschaft, so lernen wir vom Maschinenbauer, heißt nicht, dass der Mensch sich seinen Lebensweg, seinen Arbeitsplatz sucht. Sondern der Arbeitsplatz sucht sich den Menschen. So oder so ähnlich.

Alle rufen sie den Fachkräftemangel aus. Und irgendwer soll es richten. Dass aber mancher Mangel genau daran liegt, dass Verdienste nicht stimmen, Arbeitsbedingungen verbesserungswürdig sind oder manche Jobs einen gesellschaftlich ganz schlechten Ruf haben – das wird gerne mal vergessen. Was sind das denn für Stellen die unbesetzt sind. Und wo sind sie. Welche Qualifikation erfordern sie und welche Möglichkeiten eröffnen sie?

Manchmal und immer öfter stellt sich mir – das ist vielleicht auch altersbedingt – die Frage nach dem Sinn des Lebens. Ist es der Sinn des Lebens, eine „human ressource“ zu sein und für den Rest des Tages Konsument damit auch ja die Wirtschaft gut floriert?

Wir leben schon längst in QualityLand

Wissen ist Macht. Und was für eine. Wissen schafft Macht – oder schafft sie ab. Besser gesagt Menschen, die Wissen „haben“. Das ist eine Weisheit, so alt wie die Welt, aber dennoch muss man augenscheinlich immer wieder daran erinnern. Anlass für diesen Post war die Frage nach der epochtimes. Der Arbeitskollege des Fragenden postete einen Link zu einem Artikel. Epochtimes. Leitmedium der Rechten – so wird sie bezeichnet. Die Zeit schrieb kürzlich darüber – der Artikel ist zumindest mal lesenswert. http://www.zeit.de/2017/38/epoch-times-afd-alternativmedium

Zitat: „Auf den ersten Blick wirkt die Epoch Times gar nicht auffällig: Die meisten Artikel auf der Website sind Agenturmeldungen, etwa von der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Allerdings mit einer auffälligen Schwerpunktsetzung: Fast alles dreht sich um Migration, um die AfD und um Pegida. In der Rubrik „Epoch Blaulicht“ werden Berichte über Kriminalität veröffentlicht – genauer: Kriminalität durch Ausländer. Durch diese Auswahl schafft es die Epoch Times, ein rechtes Publikum anzusprechen, ohne sich selbst klar zu positionieren.
Meist werden den Agenturmeldungen reißerische Überschriften vorangestellt. Ende August kam es beispielsweise bei der Räumung eines besetzten Hauses in Rom zu einer Auseinandersetzung zwischen Polizisten und Migranten. Unschöne Szenen, aber nicht ungewöhnlich. Nur vereinzelt wurde das Thema von den deutschen Medien aufgegriffen, zum Beispiel von der dpa. Die Epoch Times übernahm die Meldung und titelte: Mitten in Rom – Migranten liefern sich eine Straßenschlacht mit der Polizei. So wurde der Artikel zum Hit, die eigentlich polizeikritische dpa-Meldung wurde durch die Überschrift umgedeutet. Es funktionierte wie ein Trigger für die Ressentiments der Leser. In den Kommentarspalten entlud sich entsprechend die Wut.
Und das wichtigste zum Schluss:
So gelingt es der Epoch Times, mit wenig Aufwand eine maximale Reichweite zu erzielen. Ökonomisch gesehen eine sinnvolle Strategie: Geschäftsführer Manyan Ng erklärte gegenüber der Wirtschaftswoche, man habe lange Zeit Geld in das Medium gesteckt, das sich über Werbeanzeigen finanziert. Nun schreibe es schwarze Zahlen.

QualityLand lässt Grüßen. Das ist die Realität der Massenmedien. Informationen sind eine Ware. EINE WARE, die sich verkaufen soll. Über Klicks, über Abos und so weiter. Dabei spielt die Information an sich gar nicht die übergeordnete Rolle, sie ist Mittel zum Zweck geworden. Es ist eigentlich nichts neues, aber das Spiel wird immer mehr auf die Spitze getrieben. Gefährlich, weil Informationen aber unser Bild von der Welt bestimmen, von dem was wahr ist. Und darauf, auf ein gesichertes Weltbid, auf Vertrauen, dass das, was man sieht, hört, weiß auch stimmt, ist der Mensch dummerweise angewiesen. Hinzu kommt so eine kleine Eigenheit. Jeder von uns ist ein bisschen eines dieser kleinen Äffchen, die in allen möglichen Kanälen die Runde machen. Wir sehen nichts was wir nicht sehen wollen (und selbst wenn, dann trauen wir unseren Augen nicht.) Wir hören nicht was wir nicht hören wollen (und wenn, dann trauen wir unseren Ohren nicht). Und wir sagen nicht das was wir nicht sagen wollen (und manchmal nicht mal das was wir sagen wollen).

Allein die Auswahl an Informationen, die verbreitet werden, kann das Bild der Realität erheblich verändern. Niemand muss sich die Mühe machen, Falschmeldungen zu verbreiten. Die Auswahl reicht, die Auswahl an Nachrichten, die Aufmerksamkeit generieren. Ein Medium muss gar keine bestimmte politische Richtung haben um ein Leitmedium zu werden. Es reicht, wenn es Meldungen bringt, die „ziehen“ bei einer bestimmten möglichst großen Zielgruppe.  Und das ist das perfide daran. Man sieht es nicht von außen.

Medien wie die Epochtimes haben auch nicht das Problem vieler Verlage, dass ein Überhang (vielfältiger) Negativnachrichten letztlich zu Leserfrust und Leserverlust führen. Denn: sie sind eine Bestätigung für ihre Zielgruppe die genau das lesen will was sie dort zu lesen bekommt.

Zweifelt. Zweifel sind gut und sie sind richtig. Auch gegenüber den Medien. Aber zweifelt bitte richtig.

Wer noch nicht weiß wo Qualityland ist: http://qualityland.de/

QualityLand Dresden – der Tragödie erster Teil

An dieser Stelle mache ich ausdrücklich Werbung  für das neue Werk von Marc Uwe Kling. Man muss es gelesen haben und eigentlich gehört es in den Lehrplan ab Klasse 5. QualityLand. Man könnte es das moderne 1984 nennen  wenn das Szenario so weit weg läge.

Sandra Admin -arbeitet bei Tag24 (und nicht nur dort, sondern auch anderswo). Ihr Job: Aufmerksamkeit generieren, koste es was es wolle, da wo man auf Menschen trifft, die sich so weit in ihrer virtuellen SecondRealityBlase verbarrikadiert haben, dass Vernunft nicht mehr durchkommt und  die hinter allem und jedem eine Weltverschwörung vermuten. Nehmen wir mal ein aktuelles Beispiel: Schlagzeile bei Tag24: Was ist hier los? Rathaus plant Massengräber. https://www.tag24.de/nachrichten/was-ist-hier-los-rathaus-dresden-plant-massengraeber-pandemie-friedhof-357346

Massengräber! Die das Rathaus plant! Hilfe, Katastrophe, Skandal, uns droht die Pest (beginnt doch der Artikel mit dem Beispiel aus dem Jahr 1680).  Kommen wir mal zum Hintergrund des Artikels: Es handelt sich um eine Stadtratsanfrage von Frau Ahnert. Zu finden ist diese hier: http://ratsinfo.dresden.de/getfile.php?id=315268&type=do&

Die Kommentare auf Facebook sind das eigentlich katastrophale:

Wunderts? Leider nicht. Folge auch einer Pressestrategie, in der es in erster Linie Aufmerksamkeit geht. In der eine „gute Geschichte“ die negative Abweichung von der Norm bedeutet, alles andere nicht berichtenswert erschwint. Wen interessiert das ganz normale alltägliche? Und dieses Friedhofsentwicklungskonzept ist etwas ganz normales fürchterlich langweiliges.

Tatsachen

Ich kann es nicht ausstehen wenn Müll erzählt wird. Egal ob Zitate stimmen oder nicht, jedenfalls ist die Behauptung, ein Prüfer habe eine Sprinkleranlage „nachträglich“ in die Operette „reingeprüft“ völliger Blödsinn.

Hier der betreffende Zeitungsartikel: http://www.sz-online.de/nachrichten/wasserschaden-in-der-operette-3797790.html

Am 11. Juli 2013 fasste der Stadtrat Dresden einen Beschluss, den Generalübernehmervertrag und das Finanzierungskonzept zur Errichtung der Theaterspielstätten im ehemaligen Kraftwerk Mitte.

Auf Seite 36ff. der Begründung findet sich folgender Textabschnitt:

Sprühwasserlöschanlagen

Die Vollbühnen des Theaters der Jungen Generation und der Staatsoperette Dresden werden mit Sprühwasser-Löschanlagen geschützt. Sprühwasser-Löschanlagen für Bühnen werden nach DIN 14494 und nach der VdSRichtlinie 2109 konzipiert. Es gilt die Sächsische Versammlungsstättenverordnung(Sächs VStättVO). Wesentlich ist, dass Haupt-, Seiten- und Hinterbühnen in getrennte Sprühflutgruppen aufgeteilt werden, die nach Erfordernis einzeln in Betrieb genommen werden können. Der Eiserne Vorhang zur Trennung der Bühne zum Zuschauerraum wird mit einer Berieselungsanlage ausgerüstet. Die Sprühwasser-Löschanlagen beider Bühnen bilden voneinander unabhängige Löschsysteme. Die Löschwasserversorgung erfolgt über getrennte Zuleitungen, die auf separate Abgänge des Sprinklerverteilers aufgebunden werden. Die Hauptleitungen zwischen Sprinkler- und Bühnenverteilern stehen ständig unter dem Wasserdruck des Sprinklersystems. Löschwasserdurchsatz und Löschwassermenge für Bühnen sind in der DIN 14494 und der VdS-Richtlinie 2109 definiert. Danach wird eine Mindestlöschzeit von 10 Minuten vorgegeben. Die Wasserbeaufschlagung ist für Bühnen höher 10 m mit 7,5 mm/min definiert.

Sprinkleranlage

Auslegungsgrundlage der Sprinkleranlage bildet die VdS CEA-Richtlinie 4001 sowie die DIN EN 12845. Nach diesen Richtlinien werden Theater in die Brandgefahr OH4 eingestuft. Diese Einstufung hat zur Folge, dass für die Auslegung der Löschwasserversorgung eine Mindestwasserbeaufschlagung von 5,0 mm/min und eine Wirkfläche von mindestens 360 m² anzusetzen ist. Das Anlagenkonzept basiert nach VdS CEA 4001 auf Klasse 1. Damit ist für die Sprinklerung des Gebäudes eine Löschwasserbevorratung für eine 40-minütige Löschzeit anzusetzen. Nach dem Planungsstand wird der Gebäudekomplex teilgesprinklert. Sprinklerschutz soll im Eingangsbereich Kasse/Foyer der Staatsoperette, im gesamten Foyer des Theaters der Jungen Generation, unter den vier Gangebenen über dem Foyer der Staatsoperette Dresden sowie unter diversen Emporen des Foyers der Staatsoperette Dresden installiert werden. Die sprinklergeschützten Flächen belaufen sich danach auf ca. 5.000 m² im Theater. Hieraus ergeben sich folgende Eckdaten für die Sprinkler- Wasserversorgung einschließlich der Versorgung von zwei Sprühwasser-Löschanlagen: Die Löschwassserversorgung der Sprühflut- und Sprinkleranlage erfolgt über einen Erdsprinklertank mit den erforderlichen Ausrüstungen. Die Sprinklerunterzentrale im Objekt erhält eine Eigensprinklerung. Die Anordnung dieser Zentrale im Gebäude ist so zu wählen, dass ein gefahrloser Zugang vom Freien möglich ist. Im Brandfall werden durch heiße Brandgase die über dem Brandherd liegenden Sprinkler geöffnet (Ansprechtemperatur 68°C). Das austretende Löschwasser bewirkt eine Strömung in den Rohrabschnitten des betreffenden Geschosses und aktiviert den dort installierten Strömungsmelder (Alarmunterteilung) und das Alarmventil in der Sprinklerunterzentrale. Sowohl der Strömungsmelder als auch der Druckschalter des Alarmventils sind auf die BMZ geschaltet. Von hier erfolgt die Alarmdurchschaltung zur Feuerwehr. Parallel zur elektrischen Alarmierung wird über das Alarmventil eine mechanische Alarmglocke in Gang gesetzt.

Zitatende.

Das Problem ist nicht die Existenz der Anlage, deren Existenz übrigens gesetzlich vorgeschrieben ist.

§ 24 sächsische Versammlungsstättenverordnung

Feuerlösch- und Brandmeldeanlagen
(1) Großbühnen müssen eine automatische Sprühwasserlöschanlage haben, die auch den Schutzvorhang beaufschlagt.
(2) Die Sprühwasserlöschanlage muss zusätzlich mindestens von zwei Stellen aus von Hand in Betrieb gesetzt werden können.
(3) In Großbühnen müssen neben den Ausgängen zu den Rettungswegen in Höhe der Arbeitsgalerien und des Schnürbodens Wandhydranten vorhanden sein.
(4) Großbühnen und Räume mit besonderen Brandgefahren müssen eine Brandmeldeanlage mit automatischen und nichtautomatischen Brandmeldern haben.
(5) Die Auslösung eines Alarmes muss optisch und akustisch am Platz der Brandsicherheitswache erkennbar sein.

https://www.revosax.sachsen.de/vorschrift/2111-Saechsische-Versammlungsstaettenverordnung#p24

 

Verantwortung

Ist ein Rücktritt die Übernahme von Verantwortung? Oder ist ein Rücktritt das ganze Gegenteil? Die Reaktionen auf die Ankündigung des sächsischen Ministerpräsidenten zurückzutreten sind unterschiedlich, es ist manchmal auch erstaunlich, wie schnell eine Analyse oder Erklärung so da sein kann.

Menschlich mag es nachvollziehbar sein. Das Wahlergebnis, Sachsen, der ostdeutsche Musterschüler, Pisa-Spitzenland und dann der Verlust der Mehrheit ausgerechnet an eine Partei die mit Nicht-Bildung arbeitet. Der Rücktritt der Kultusministerin, die mehr oder weniger deutlich durch die Blume sagte, dass sie vom Ministerpräsidenten allein gelassen wurde mit einem Problem, dessen Bennennung ihren Vorgänger das Amt kostete. Auf Veranlassung des Ministerpräsidenten. Und dann der Finanzminister. Die unangreifbare Institution, gegen die sich der MP nicht durchsetzen konnte oder wollte. Der Verantwortung stellen durch Rücktritt? Der Verantwortung stellen hätte bedeutet, Themen anzugehen. Entscheidungen zu treffen. Die Probleme liegen tiefer als dass sie durch den Austausch einer Person würden behoben werden können.

Irgendwie irre wirkt dann insbesondere die „Aufbruchstimmung“, die durch einige MDLs in den Sozialen Medien verkündet wird. „Der König ist tot es lebe der König?“ Ganz so einfach ist es nicht, weder leben wir in einer Monarchie noch ist ein Ministerpräsident allmächtig. Und genau deshalb ist es Unfug, auf nur eine Person die Verantwortung eines Wahlergebnisses zu reduzieren. Oder so zu tun als sei es der MP allein gewesen, der eine Kultusministerin hängen gelassen hat oder einen Finanzminister gewähren lies.

Es wirkt schizophren. Wir leben in einer Demokratie. Und dann war immer nur einer schuld? Soll immer nur einer verantwortlich sein? Liebe Menschen, macht es euch nicht immer so verdammt einfach.

Herr Tillich hat aufgegeben. Und das ist ok. Menschen dürfen auch das. Es ist auch das einzige was bleibt, hat er  doch genauso wie alle anderen kein Rezept, keine Blaupause, keinen Plan wie man mit der momentanen gesellschaftlichen, politischen Situation umgehen soll, mit dem Veränderungsprozess in dem wir uns befinden.

Auch eine SPD, auch die Grünen, auch die Linken, auch die FDP nicht. Auch sie haben viele Wähler nicht erreicht.

Die anderen, die haben ihm gegenüber einen Vorteil. Einen potentiell Schuldigen. Den hat er nicht. Also bleibt ihm nur zu sagen, ok, dann gehe ich.

 

Widersprüche

Wir beklagen das Gletschersterben.  Und untermalen dies mit still stehenden und vor sich hin rostenden Liften. Und beschreiben, wie schlimm sich das auf den Tourismus auswirkt, ergreifen Gegenmaßnahmen wie Schneekanonen und Sonnenschutzfolien für Gletscher.

Wir beklagen den Klimawandel als Ursache für fehlenden Schnee und holzen Berghänge ab für neue Lifte und planieren Wiesen für Pisten und oder Menschen, die auf zwei oder vier Rädern schnell nach unten kommen wollen und zerfahren mit zwei oder vier Rädern Berghänge.

Wir schreiben vom wertvollen Wasser auf Berghütten, was sparsam verwendet werden soll und unten auf dem Parkplatz steht der SUV, am Wirtschaftsweg die Schneekanone und nicht weit entfernt das Wasserreservoir.

Wir preisen glückliche Kühe und freilaufende Esel auf zaunlosen Wiesen als Maß aller Dinge und hoffen, das Wölfchen daneben benehme sich wie ein anständiger Hütehund.

Fortsetzung folgt.

Auf den Spuren des Känguru

oder auch  Die „wer braucht so eine Schwebebahn-Tour“ .  Vorab: es war schon ziemlich ambitioniert, die Schwebebahn zum Füssener Jöchle links liegen zu lassen und den Aufstieg zur Großen Schlicke auf eigenen Beinen zu leisten. Das Blöde ist nämlich, die Planung einer fitness- und kniefreundlichen Wanderung (heißt: Berg selbst hochlaufen, aber runter fahren) unterliegt einer gravierenden Einschränkung. Die letzte Bahn fährt zwischen 16 Uhr und 16.30, noch früh am Tage und so ist man während der Tour unter Umständen nur am auf die Uhr schauen. Wenn dann noch der wochenendliche Stau auf den Bergpfaden hinzukommt, wird es Mist. Das Känguru hätte sich ne Schnapspraline eingeworfen und gemeint: Abfahrtszeiten …  das sind doch bürgerliche Zwänge. Also stellten wir uns gegen das System und es kam also wie es kommen musste und absehbar war, runterwärts auf der Wiese auf dem kürzesten Weg unterhalb der Bahn. Ankunft punktgenau zum Ende der Dämmerung. Fazit: Seilbahnen braucht kein Mensch und Skipisten auch nicht, die sehen den größten Teil des Jahres einfach nur fürchterlich aus. Aber inmitten von Gemsen (deren Anblick man vorher versuchte beweiskräftig mit der Kamera festzuhalten) den Berg runterzulaufen, hatte auch was. Allerdings … dieses Kichern …

Der unterschätzte Berg

ein 2000er , dem man die Höhe gar nicht ansieht, der völlig zu unrecht immer im Schatten des außer bei Schnee und Regen und Eis überfüllten Aggenstein steht und für dessen Besteigung man windfest sein sollte, aber eine wunderschöne Aussicht bietet.