Clicker …

Oder auch Abstimmungstools. Man verwendet sie in Vorlesungen beispielsweise. Aber warum? Und Wozu? Man glaubte herausgefunden zu haben, dass die Verwendung dieser Clickerdinger die Anwesenheit in Vorlesungen erhöhte. Und irgendwie auch das Lernergebnis. Kann sein. Kann auch nicht sein.

Für mich (mal wieder) der Anlass darüber nachzudenken, warum manche Dinge so sind wie sie sind, so gemacht werden und nicht anders (oder gar nicht). Ist alles das, was wir tun, haben, lassen, nutzen, reden, schreiben … wirklich nötig, sinnvoll, gut für irgendwas? Diese Clickerdinger da haben einen gewissen Unterhaltungswert. Und klar ist es ganz schick, zu sehen wie Komilitonen eine Frage beantworten. (Im Stadtrat ist das nicht ganz so wichtig, da dauerts noch mit de Einführung der Abstimmungsanlage, aber ok, Politik hat nicht zwingend was mit Lernen zu tun und Unterhaltungswert hat so manche Sitzung auch ohne Abstimmungsvisualisierung).

Jedenfalls frage ich mich als Student warum  ich mit manchem Zeugs zugeschüttet werde. Und ich frage mich manchmal, warum ich manche Artikel in der Zeitung lesen muss. Was interessiert mich, wer mit wem und wer sich gerade selber feiert. Was soll das – um Herbert zu zitieren, WAS SOLL DAS? Man kann das Ganze wunderbar weiterspinnen. Ich war dienstlich mal bei einem Termin und kam überrascht zurück, was es so für (gut dotierte) Jobs gibt. Für Politikwissenschaftler! Ein Kollege sagte mir zum Trost, er sei irgendwann mal zu der Erkenntnis gelangt, es sei auch Aufgabe einer Gesellschaft, Arbeitsplätze im Sinne von Beschäftigung zu schaffen. Ja. Ist wohl so. Wie viel Beschäftigung fiele weg wenn man nach Notwendigkeit fragte und nach dem tatsächlichen Grund für Tätigkeiten, Aufgaben. Und nein, nicht nur in der Bürokratie. Aber auch da.

Nun, vielleicht ist es ja ein kleiner Stachel, dieses Warum und Wozu.  Es ist nämlich auch völlig ok, Dinge zu tun weil sie Spaß machen. Weil man es genau so möchte…

E und U oder: meine ganz persönliche Rezension

U und E. Verschiedene Welten gewissermaßen. Ernste Musik und Unterhaltungsmusik. Schon in den Bezeichnungen wird deutlich, was den Unterschied ausmacht. Ernste Musik ist was „richtiges“, das ist schwer, das muss man üben. Und Unterhaltungsmusik, naja. So oder so ähnlich. Und sicher, dass, was da heute so in der Musikszene meint sich produzieren zu müssen – Menschen Leben Tanzen Welt.

Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, auch in Dresden. Und deshalb war es ein wie ich finde sehr mutiges Experiment, was die Intendantin der Philharmonie sich da ausdachte. Roland Kaiser und die Philharmonie in einem Konzert.Irgendwann bekam ich die Noten in der Chorprobe. Und musste lachen. Chapeau! Was gab es nicht für Diskussionen um diesen Saal. Und als ehemalige Stadträtin kann ich das auch so offen schreiben. Habe ich es doch selbst erlebt. Wie oft wurde aus politischen und anderen Kreisen der Philharmonie hochkultürlicher Standesdünkel vorgeworfen und dass sie zwar gerne städtische Förderung in Anspruch nähme, aber sonst für den Normalbürger nicht so sehr viel übrig habe. Dem Vorurteil wurde schon zur Eröffnung sehr deutlich und erfolgreich begegnet. Und nun ein gemeinsames Konzert mit Roland Kaiser, DEM Schlagerstar, dessen Konzerte innerhalb weniger Stunden ausverkauft sind, der Zehntausende auf die Elbwiesen zieht, dem die Dresdner sogar ihre Ehrenmedaille geben wollen. Experiment geglückt und die Eröffnung vollendet. Denn: Nicht weniger der Konzertbesucher waren vorher in der Bibliothek!

Nun also. Zunächst mal wurde ich aber mit meinen eignen Vorurteilen konfrontiert. Nix mit „so ein bisschen ah im Hintergrund“. Natürlich wird bei weitem nicht so viel vom Stimmumfang abgefordert und der Text hält sich in Grenzen. Aber damit es so klingt wie es klingen soll, braucht es Übung und Konzentration.  Das, was scheinbar spontan und einfach aussieht, ist es mitnichten. Zwar tut man immer gut daran, sich nicht nur aufs Gehör zu verlassen, sondern immer dem Dirigenten und den Noten zu folgen, so ist es auf der Bühne im U-Metier durch die Tontechnik noch mal was völlig anderes.

Ein Publikum, was „mitgeht“, sich von Musik mitreissen lässt ist immer wunderbar. Man spürt auf der Bühne sehr genau wie die Stimmung im Saal ist. Für uns ist ein Publikum was still sitzt und aufmerksam zuhört, normal. Und irgendwie schien es am Anfang so zu sein dass das Publikum nicht so recht wusste, darf man in diesen neuen heiligen Hallen und mit der Philharmonie nun trotzdem richtig Stimmung machen oder ist eher gutes Benehmen angesagt? Früher oder später wars dann klar. Man durfte. Und die meisten haben auch. Ich kann nur sagen, es hat irre Spaß gemacht, mal den Job als Unterhalter auszuprobieren. Und ich würde mal vermuten, die Dresdner haben ihren eigenen David Garrett gekürt.

KuPa Historie im Fernsehen

Eine der im Film interviewten und mit der Reinigung der „Roten Fahne“ beschäftigen Studentinnen antwortete, der Sozialismus gehöre nun mal zur Geschichte Dresdens und Deutschlands und dies können man nicht verbergen.
Kunst und Architektur sind immer Teil und Spiegel der sie hervorbringenden und umgebenden Gesellschaft. Deshalb ist Denkmalschutz weit mehr politisch als man glauben möchte. Manchmal scheint mir, gerät gerade dieser Aspekt in Vergessenheit. Zum Beispiel wenn es um eine ehemalige Kantine geht, die, herausgelöst aus ihrem eigentlichen Zusammenhang, der ihren Zweck ergab, mit anderer Nutzung so irgendwie stehen bleiben soll. Eine Hülle der Hülle wegen. Aber gut. Not my Business.
Was mich am Beitrag ärgert ist, wie die verkürzte Darstellung der Dresdner Chorlandschaft. Ist nur ein Kleinigkeit, aber es gab nicht nur Pionier- und Teddywedeltrallala. Und das ist sehr sehr schade. Denn: Der Kinderchor der Dresdner Philharmonie (heißt heute noch so) und der Kinder- und Jugendchor des Pionierpalastes Dresden (heute: Mädchenchor Schloss Albrechtsberg), beide sehr oft auf der alten Bühne zugange, haben neben einer sehr intensiven Ausbildung in Musiktheorie, Rhythmik und Gesang etwas vermittelt was unserer Gesellschaft fehlt. In einem (gut geleiteten) Chor lernt man, in einer Gemeinschaft aufzugehen, ohne sich selbst dabei aufzugeben. (Zitat geklaut). Und ja, man muss sich an Regeln und sich selber im Griff (be)halten, sonst klingts halt nicht. Man lernt was fürs Leben.

Ungnädig

Zugegeben, heute ist nicht so ganz mein Tag. Vielleicht machen sich nun die letzten Wochen endgültig bemerkbar, jedenfalls finde ich es zu kalt, zu grau und überhaupt fehlt es an etwas Frohsinn.

Man soll in solchen Stimmungslagen nicht zu Hause hocken, davon wirds nicht besser. Also Stadtbummel und Cafebesuch. Das Cafe Latte Art. Mädels, Schokolade könnt Ihr. Kaffee bestimmt auch. Aber beim Tee … ne, das war nix und das liegt nicht an meiner suboptimalen Laune. Die bestaussehendste Teekarte nützt nichts wenn alle grünen Tees „aus“ sind. Oolong, angeboten als „grün“ ist nun mal kein grüner Tee, auch wenn der Milky durchaus ein wohlschmeckender ist, besonders wenns kühl ist. Bis hierher alles nicht schlimm. Aaaaaber: Bitte bitte bitte könnten irgendjemand mal in die meisten Cafes dieser Stadt die Kunde tragen, dass bei grünem oder schwarzen Tee heißes Wasser und Tee bitte getrennt an den Tisch gebracht werden?! Sonst wird es nämlich bitter für den Gast, besonders dann wenn die Lokalität gut besucht ist.  Es passte also irgendwie. Murphy lässt grüßen.

Nun bin ich manchmal – man möge es mir nachsehen – ganz froh wenn ich mal ein paar Stunden nichts höre und sehe was mit Politik zu tun hat – wobei das eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit ist, ich formuliere es differenzierter: wenn mich niemand auf solche Themen anspricht (und das ist auch kompliziert). Was also passiert: Eine Demo. Mit bewundernswert ausdauernden Sprechchören. Am Nebentisch erst Gemurmel, dann Schweigen und dann der in Form deutlich lauterer Diskussion geführte Beweis: Demonstrationen überzeugen nur bedingt. […]

Irgendwie nicht so mein Tag. Nun kann ich den aber nicht einfach für erledigt erklären. Wär ich Pessimist, würde ich darauf wetten was einer Chorkollegin kürzlich passierte. Da ging dann mal einfach so die Toilettentür nicht wieder auf. Das ist in einer Konzertpause dann eine mittlere Katastrophe. Was gibt es noch so? Text vergessen. Noten liegen lassen. Ne Laufmasche in der letzten Strumpfhose.

Ne Leute. Pessimismus ist irgendwie doof.